Wie man mit drahtlosen Netzwerken durch Wände gucken kann

Kategorie: Dies&Das

Forscher an der Universität Utah haben einen Weg gefunden, mit Hilfe einer Technologie, ähnlich der WLAN-Technik oder Bluetooth, durch Wände zu sehen, um Bewegung innerhalb eines Gebäudes zu entdecken.

Wie funktioniert’s?

Elektro-magnetische Wellen werden durch menschliche Körper abgelenkt.
Joey Wilson, ein Student der Elektrotechnik, und sein Studienbetreuer Neil Patwari haben nun folgendes gemacht:

Ein Raum wird mit elektro-magnetischen Wellen, nach IEEE 802.15.4
beschickt. Eine Person, die sich im Raum befindet, lenkt die Wellen ab. Die Ablenkung der Wellen wird nun mit mehreren Sensoren gemessen und daraus die Position der Person berechnet.

Im diesem Video demonstriert Joey Wilson wie das in der Praxis aussieht:

Was kann man damit machen?

Anwenden könnte man das System beispielsweise bei der Verbrechensbekämpfung. Bei einer Geiselnahme könnte man den Aufenthaltsort von Tätern und Geiseln in einem Gebäude bestimmen.

Denkbar wäre auch, nach Lebenszeichen in einem Gebäude suchen, wenn ein direkter Zutritt nicht möglich oder zu gefährlich wäre.

Gefahren ?

Wie bei vielen technischen Möglichkeiten, gibt es natürlich auch hier die Gefahr, dass die Technologie kriminell genutzt wird. So könnten beispielsweise Einbrecher das System verwenden, um herauszufinden, ob jemand Zuhause ist oder um die Position von Wächtern zu erkunden.

Interessant ist es sicherlich einmal zu sehen, was alles möglich ist. Die Beschäftigung mit der Technik und das Nachdenken über mögliche Einsatzmöglichkeiten sind aber nur eine Seite der Medaille. Wie sieht es mit den rechtlichen Bedingungen aus? Wie steht es mit dem Datenschutz?



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2 Kommentare
Hier kannst Du den Artikel kommentieren: »

  1. FÜR RADIOWELLEN EXISTIEREN BACKSTEINMAUERN (FAST) NICHT!

    Mich wundert eigentlich, dass man nicht schon längst auf diese Idee gekommen ist, weil man kann ganz leicht folgende Feststellung machen:

    Man empfängt einen UKW-Sender, dessen örtliche Feldstärke eher etwas schwach ist. Man stellt den UKW-Empfänger irgendwo hin und man läuft selbst in der nahen Umgebung des UKW-Empfängers herum. Man stellt dabei fest, dass dabei die Empfangsqualtität in Abhängigkeit von der Position des Empfängers und der Person variiert. Das ist nichts Besonderes, weil bei der kurzen Wellenlänge von nur 3 Meter bei 100 MHz, relativ kleinmaschige Interferenzmuster entstehen, durch Phasenverschiebung der reflektierten Wellen und der Welle vom Sender.

    Das funktioniert auch, wenn auch abgeschwächt, wenn das Radio draussen nahe bei einem Gebäude (Mauer eher nicht aus Eisenbeton) und die Person läuft im Zimmer des Gebäudes herum. Natürlich darf das Zimmer mit der Person nur gerade von einer Mauer (wie im Video) von draussen, wo das Radio steht, getrennt sein.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich, innerhalb einiger Jahrzehnte, der einzige bin, der dieses Phaenomen festgestellt hat.

    Gruss
    Thomas, aus der Schweiz

  2. Hallo Thomas,
    vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Ich hatte als Student mal einen Radiowecker, der funktionierte nur, wenn ich neben ihm im Bett lag – dieses Sensibelchen ;-)

    Du hast Recht, dieses Phänomen kennen wir alle. Trotzdem finde ich es interessant und unterstützenswert, wenn ein Elektrotechnik-Student sich in seiner Master-Arbeit mit der Umsetzung und der technischen Umsetzbarkeit mit tatsächlicher Umsetzung beschäftigt.
    Je nach dem wie aufwändig er das implementiert hat, indem er zum Beispiel die Signale mehrerer Sensoren gewichtet miteinander kombiniert hat, o.ä, kann das durchaus anspruchsvoll werden.

    Ich finde es immer besser, wenn sich ein Student auch mit der praktischen Umsetzung beschäftigt, statt nur eine theoretische Arbeit zu schreiben a la „Berechnung der Interferenzen hochfrequenter Radiosignale in n-dimensionalen Räumen“

    Viele Grüße
    Wolfgang

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